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Maria Ward >> Gemaltes Leben
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Maria Ward - Gemaltes Leben

 

Jesus war das erste Wort der kleinen Maria. Nach diesem kam monatelang kein anderes Wort über ihre Lippen.

 

Maria wird in ihrem 10. Lebensjahr von ihren Eltern sehr angehalten, sich mit einem jungen Mann namens Redshaw zu vermählen. Er stammte aus einer wohlhabenden adeligen Familie. Maria aber bittet Gott innig, die Heirat zu verhüten, wenn sie nicht zu seiner Ehre und ihrem Seelenheil gereiche. So geschah es auch. In ihrem 10. Lebensjahr fiel Maria so gefährlich zu Boden, dass sie den Gebrauch der Sprache verlor. Da dachte sie bei sich selbst: Ach könnte ich nur den Namen Jesus, in dem das Heil beschlossen ist, aussprechen, dann wollte ich gerne sterben. Als sie den Namen aussprach, wurde sie frisch und gesund und mit solcher Gottesliebe erfüllt, dass sie ihr Leben lang diese Gnade nie vergaß. Als im Jahr 1595, in ihrem 11. Lebensjahr, am Fest Mariä Verkündigung im Schloss ihres Vaters Mulwith ein großer Brand ausbrach, blieb sie unerschrocken im Zimmer und betete mit ihren Schwestern den Rosenkranz, bis ihr Vater kam und sie wegführte. In ihrem 12. Jahr wird Maria abermals von ihren Eltern angehalten, sich mit einem Herrn namens Shafto, der sehr gut beurteilt wurde, zu vermählen. Sie schlug die Partie mit kühnem Eifer ab, da sie Gott allein ihrer Liebe würdig erachtete. Als Maria 13 Jahre alt war, kam zu ihr der böse Feind zu Pferd in Gestalt des Kammerdieners, der Franziskus Carle hieß. Er las Maria einen Brief vor, in dem erdichteter Weise stand, ihr Herr Vater gebiete ihr ernstlich, die erste heilige Kommunion bis auf weiteren Befehl zu verschieben. Maria bereitete sich nach Überwindung vieler Hindernisse im 13. Lebensjahr mit großem Eifer und mit Andacht auf die erste Kommunion vor. Sie empfing dabei besonderes Licht und Erkenntnis von Gott. Als Maria dreizehn Jahre alt war und wegen Kriegsgefahr im Haus ihrer Verwandten wohnte, wurde sie mehrere Male angehalten, sich mit einem Kavalier namens Eldrington zu vermählen, der sich durch seine vornehme Herkunft und andere gute Eigenschaften auszeichnete. Doch war ihr Herz so von der Liebe Gottes eingenommen, dass sie keiner irdischen Liebe zustimmen wollte. Sie war von der Bedrängung zu dieser Heirat so mitgenommen, dass sie ernstlich erkrankte und von ihrem Vater nach Hause gebracht wurde. Als die fünfzehnjährige Maria mit ihrer Base Barbara Babthorpe beim Nähen saß, hörte sie eine gottesfürchtige Frau Margareta Garrett über eine Ordensperson erzählen, die wegen eines Ärgernisses streng bestraft wurde. Durch diese Erzählung erhielt sie eine so klare Einsicht in die Vortrefflichkeit des geistlichen Standes, dass sie den Entschluss fasste, sich einem solchen Stand der Vollkommenheit zuzuwenden. Als Maria im 16. Lebensjahr die Lebensbeschreibungen der heiligen Martyrer las, wurde sie sehr von der Sehnsucht nach dem Martyrium ergriffen. Sie dachte, nur das wirkliche Martyrium könne ihr Verlangen stillen, bis ihr der liebe Heiland innerlich klar gezeigt hat, dass er nicht die leibliche, sondern die geistliche Marter von ihr fordere. Als Maria meinte, ihr Verlangen nach dem Martyrium habe etwas nachgelassen, fürchtete sie, ihr Mangel an Mitwirkung sei daran schuld, und widmete sich dem Gebet. Gott aber ließ sie durch eine innere Erleuchtung verstehen, dass jene Marter, die er von ihr fordere, in der vollkommenen Einhaltung der drei evangelischen Räte in einem geistlichen Stand bestehe. Als Maria zwanzig Jahre alt war, wurde sie von allen ihren geistlichen und weltlichen Freunden vom Eintritt in den geistlichen Stand abgehalten. Deshalb widmete sie sich fast Tag und Nacht dem Gebet und den Bußwerken. Innig bat sie Gott, er möge seinen heiligsten Willen an ihr vollbringen, bis ihr endlich jene Worte Christi aufgingen: „Suchet zuerst das Reich Gottes“. Sie hatte die Gewissheit, dass Gott ihr beistehe. Die Erkenntnis, die sie erfüllte, gab ihr nicht nur damals Mut, sondern auch später in vielen unmöglich scheinenden Dingen. Maria wurde im Jahr 1606, als sie 21 Jahre alt war, nicht nur von ihren Eltern, sondern, um ihre Treue gegen Gott zu prüfen, auch von ihrem Beichtvater gleichsam gezwungen, sich mit einem jungen Mann Neville, dem einzigen Erben des uralten Grafengeschlechtes von Westmoreland, zu vermählen. Sie aber leistete heldenmütig dem rufenden Gott Folge und nicht den Überredungen der Menschen. Als Marias Seelsorger im Jahr 1606 in London die heilige Messe las, stieß er durch ein göttliches Verhängnis den Kelch um. Das Missgeschick verursachte in ihm eine Sinnesänderung. Nach dem Ende des heiligen Messopfers reichte sie ihm ehrfurchtsvoll das Handtuch, damit er seine Hände abtrockne. Tränen überströmt sagte er zu ihr: Es sei weit von mir, dass ich Ihr geistliches Vorhaben in Zukunft verhindere. Ich will mich vielmehr bemühen, es zu fördern. Das geschah auch. Im Jahr 1606, als Maria 21 Jahre alt war, reiste sie mit Gutheißung ihres Beichtvaters und Einwilligung ihrer lieben Eltern in Begleitung einer Dame namens Bentley zu Schiff nach St.—Omer. Sie war voll unbeschreiblicher Freude. In St.—Omer wollte sie in den geistlichen Stand eintreten, nach dem sie sich so lange und innig gesehnt hatte. Im Jahr 1609, als Maria 24 Jahre alt war, legte sie mit Gutheißung ihres Beichtvaters, dem sie in allen geistlichen Dingen Gehorsam gelobt hatte, ein Gelübde ab, wieder nach England zurückzukehren und sich dort standesgemäß dem Seelenheil der Menschen zu widmen. Ihr Tun brachte reiche Frucht. In Coldham Hall in England bekehrte Maria eine sehr vermögende, aber ganz in der Ketzerei verstockte Dame. Gelehrte und geistreiche Männer hatten vergebens sich um sie bemüht und ihr eifrig zugesprochen. Maria legte ihr die Hände auf und redete freundlich mit ihr. Das bewirkte eine Änderung, dass die Dame ausrief: Ich will katholisch werden, meine Sünden reumütig beichten und erfüllen, was zur völligen Bekehrung gehört. Das hat sie auch mit großem Eifer noch vor ihrem Tod vollzogen. Maria fühlte sich von großem Seeleneifer und brennendem Verlangen angetrieben, ihre Muhme, Fräulein Gray, zum katholischen Glauben zu bringen. Sie fühlte sich veranlasst, deswegen anstelle ihrer adeligen Tracht die Kleider ihrer Dienerin anzuziehen, damit sie in London unbekannt und darum ungehinderter mit ihrer Verwandten in einem hierzu verabredeten Haus reden könne. Zu London veranlasste Maria ihre Muhme, Fräulein Gray, durch eifriges Zureden, mit dem sie Erfolg hatte, dass diese mit einem Priester der Gesellschaft Jesu über die Annahme des wahren Glaubens verhandelte. Am gleichen Ort überzeugte sie eine verstockte Ketzerin auf dem Totenbett, dass sie sich zu dem allein seligmachenden Glauben bekehrte und die heilige Wegzehrung mit Andacht empfing. Ein vornehmer Herr zu London schickte Maria durch seine Diener eine stattliche Kollation. Maria aber war besorgt, und das zu Recht, es möchte ein Fallstrick des bösen Feindes dahinter stecken. Sie schloss sich in ihr Zimmer ein und brachte die ganze Nacht in Gebet und Buße zu. Im Jahr 1609 in London hatte Maria eben ihre Betrachtung beendet, von der sie glaubte, dass sie dieselbe nicht mit genügendem Eifer verrichtet habe. Um diesen Fehler gutzumachen, nahm sie sich vor, während sie sich ankleidete, einer adeligen Person, die gern in einen Orden eingetreten wäre, aber die Mittel dafür nicht hatte, die erforderliche Mitgift zu geben. Dabei geriet Maria in Verzückung und wurde des Gebrauchs aller Sinne und Bewegungen beraubt. Sie erkannte klar, dass es nicht Gottes Wille sei, in einen strengen Orden einzutreten, sondern dass sie zu einem weit vortrefflicheren Stand berufen sei, welcher die Ehre Gottes weit mehr fördere. Nach Ablauf von zwei Stunden, die ihr kaum eine Viertelstunde zu sein schienen, konnte sie lange Zeit nichts vernehmen als das Wort Gloria. Durch ihr gutes Beispiel und ihre eifrigen Gespräche gewann Maria 1609 zu London einige adelige Fräulein für den göttlichen Bräutigam. Um den Fallstricken der Welt zu entgehen, reisten sie mit ihr nach St.-Omer, um unter der Leitung Marias Gott in jenem geistlichen Stand zu dienen, in den sie durch ihr Vorbild geführt würden. Zu St.-Omer war Maria in Sorge, dass sie ihren Beichtvater zu innig liebe. Darum betete sie, auf den Boden niedergeworfen, und entschloss sich, ihn und alles zu verlassen, was die Vollkommenheit der göttlichen Liebe im geringsten mindern könnte. Da erschien ihr Christus sichtbar wie im Vorübergang und sagte: Du Törichte, nicht du, sondern ich habe ihn für dich auserwählt. Dadurch wurde sie ganz getröstet und von aller Sorge völlig befreit. Als Maria im Jahr 1611 in St.-Omer sich von einer tödlichen Krankheit einigermaßen erholte und ganz allein in ungewöhnlicher Ruhe des Herzens zu Bett lag, hat sie ganz deutlich durch eine innere Stimme vernommen, auf welche Weise sie ihr Institut einrichten solle. Das brachte ihr ein so großes Licht, so viel Trost und Stärke, dass sie völlig sicher sein konnte, diese Erkenntnis stamme von der göttlichen Wahrheit, die nicht betrügen kann. Gott hat Maria in St.-Omer im Jahre 1615 am Fest Allerheiligen eine gerechte Seele in einer unaussprechlichen Schönheit gezeigt. In ihr schienen alle Tugenden wie in einer Kette vereint zu sein. Dadurch wurde sie nicht nur alles Irdischen entäußert und ganz mit Gott vereinigt, sondern erhielt auch die wahre Geistesfreiheit, Gleichmut, himmlische Weisheit und die Fähigkeit zu allem, was die Vollkommenheit des Instituts erfordert. Am Fest des heiligen Jakobus 1618 befand sich Maria auf dem Meer. Auf dem Schiff entstand ein gefährlicher Aufruhr. Sie rief den heiligen Apostel, ihren besonderen Patron um Hilfe an, die sie zur Verwunderung aller auch erhielt. Darauf bekannte sie, dass sie nie eine Gnade, die sie auf die Fürbitte dieses großen Himmelsfürsten von Gott erbeten habe, nicht erhalten hätte. Gott zeigte Maria, als sie in London die Worte “Du sollst ihm den Namen Jesus geben“ betrachtete, eine gerechte und mit großem Glanz ausgestattete Seele und gab ihr klar zu erkennen, dass alle jene, die ihrem Beruf in diesem Institut gemäß leben, zu einer solch unbeschreiblichen Schönheit der Seele gelangen werden, weil dieser Stand zur ursprünglichen Gerechtigkeit führt und Christus dem Herrn als einem vollkommenen Vorbild aller Tugenden gleichförmig macht. Als Maria 1618 ihre Sünden mit vielen Tränen bereute, gab ihr Gott klar zu erkennen, dass sie für dieselben in diesem Leben Genugtuung leisten solle. Darum bat sie Gott, den sie nahe fühlte, ihr zu zeigen, auf welche Weise das geschehen solle. Darauf vernahm sie innerlich, sie solle alle Beschwernisse, die die Erfüllung seines allerheiligsten Willens mit sich bringen werde, freudig ertragen. Als Maria einst für einen Priester, den sie vom schlechten Leben abgezogen hatte, inständig betete, weil sie besorgt war, er könnte in eine böse Gelegenheit geraten sein, zeigte ihr Gott in sichtbarer Gestalt seinen heiligen Schutzengel, der an seinem Bett stand und seinen Arm liebreich über ihn ausbreitete, als wollte er ihn von aller Gefahr beschützen; er sprach zu ihr: Siehst du nicht, wie treu ich ihn behüte. Als Maria im Jahr 1619 in St.-Omer Gott eifrig für die Gnade ihres Berufes dankte, zeigte er ihr klar, dass den Seelen zur Seligkeit zu helfen, eine weit vortrefflichere Gabe sei als das klösterliche Leben, ja selbst das Martyrium. Als Maria im Jahr 1619 die Berufung der heiligen Apostel beherzigte, sah sie, dass diese keine Ruhestätte in Dingen dieser Welt hatten und ihrem göttlichen Lehrmeister völlig zur Verfügung standen. Aus dieser Erkenntnis kam in ihr ein neues Verlangen auf, zur gänzlichen Selbstverleugnung zu kommen. Sie fand sich plötzlich in einer vollen Freiheit und Gelöstheit von allen irdischen Dingen, von der Welt und den Geschöpfen. Im Jahr 1618 verspürte Maria eine Beunruhigung in sich, ohne Leiden, Mühe und Widerwärtigkeit zu leben. Sie meinte, dass durch diese Bedrängnisse ihre Seele reiner und ihre Buße Gott wohlgefälliger würden. Als sie ihm im heiligsten Sakrament des Altares dieses vortrug, zeigte er ihr klar, dass ihm dies Beunruhigung nicht gefalle, da in dieser Begierde zu leiden ihr eigener Wille verborgen liege, von dem er sie völlig frei haben wolle. Darum wollte sie sich ihm gänzlich übergeben und alles, wie es kommt, von seiner Hand annehmen. Bei einer Betrachtung in Lüttich im Jahr 1619 zeigte Gott Maria klar, wie viele verdammt und wie wenige selig werden. Er gab ihr zu erkennen, dass die einzige Ursache ihrer Verdammnis im Fehlen der Mitwirkung mit jenen Anregungen liegt, die er ihnen verlieh. Mit ihnen hätten sie die ewige Seligkeit erlangen können, da der freie Wille allein die Höllenglut zum Brennen bringt. Als Maria am 10. Oktober 1619 in den geistlichen Exerzitien in der Betrachtung den lieben Gott mit tiefer Demut und großem Vertrauen nach dem Geheimnis seines Wesens fragte, sah sie ihn unmittelbar klar in ihr Herz eingehen. Sie erhielt die Erkenntnis, die sie von ihm erbeten hatte. Gott zeigte Maria im Jahr 1619 zu Lüttich in der Sankt Martinskirche vor dem Kruzifix bei dem Chor klar, dass das Institut zwar der Gesellschaft Jesu nicht völlig unterworfen sein solle, aber notwendig von ihr geleitet werden müsse, damit es im wahren Geist erhalten werde und auf keine Weise davon abweiche. Im Jahr 1624 erflehte Maria seiner Eminenz, dem Kardinal de Trescio, die rasche Genesung von einem sehr gefährlichen Fieber. Sie erhielt die Hilfe durch eine Wallfahrt und das fünfstündige Gebet, das sie vor der wundertätigen Muttergottes auf dem Berg Giovino für ihn verrichtete. Als Maria im Jahr 1625 auf der Reise betete, gab ihr Gott die Vortrefflichkeit des Ordensstandes zu erkennen; es wurde ihr klar, dass dessen Stärke nicht in zeitlicher Macht, sondern in Gott allein bestehe. Sie sah, dass vor seiner Hoheit alle Gewalt der Geschöpfe zerschmilzt und in einem Augenblick zunichte wird. Als Maria im Jahr 1625 zu Rom am Fest des heiligen Petrus von den Ketten das Institut innig Gott empfahl, erkannte sie klar, dass dessen Wohlfahrt, Fortgang und Sicherheit nicht in Reichtum, hohem Ansehen und Fürstengunst bestehe, sondern darin, dass seine Mitglieder einen freien Zugang und offenen Weg zu Gott haben, von dem alle Stärke, Licht und Schutz herkommen muss. Als Maria im Jahr 1625 zu Rom in der Kirche des heiligen Hieronymus von der Liebe vor dem im hochwürdigsten Gut verborgenen Gott innig betete und ihn demütig bat, er möge sie erkennen lassen, wie sie das Leiden am nützlichsten ertragen solle, vernahm sie innerlich ganz deutlich, sie werde ihm die größte Freude bereiten, wenn sie an demselben ein Wohlgefallen habe. Als Maria am 11. April 1625 in Rom in der Kirche Maria dell’Orto (Maria vom Garten) vor dem höchsten Gut klar einsah, dass sie gänzlich nichtig und in Gott alles ist, wurde sie so in seine Liebe versenkt, dass sie völlig von sich entäußert war und in ihm allein ruhte. Durch den hellen Glanz der Strahlen, die vom hochwürdigsten Sakrament auf ihr Angesicht schienen, blieb sie eine geraume Zeit des leiblichen Sehens beraubt. Maria empfing am 26. Juni 1625 in der Kirche Sant‘Eligio zu Rom vor dem heiligsten Sakrament ein solches Licht und eine solche Erkenntnis von Gott über die Verzeihung von Beleidigungen, dass sie dadurch ihre Feinde lieb gewann und beständige Freunde nannte, die für ihren himmlischen Gewinn sorgten. Als Maria 1626 in San Marco in Rom für das Institut betete, führte ihr Gott die Worte Christi zu Gemüt: „Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde?“ und zeigte ihr, wie große Widerwärtigkeiten, Verfolgung und Beschwerden sie auszustehen habe, wenn sie seinen heiligsten Willen ausführen werde. Maria war mit Freuden bereit, diese auf sich zu nehmen. Maria kam am heiligen Weihnachtsabend spät in Feldkirch in Tirol an. Obwohl es bitterkalt und sie von der Reise sehr ermüdet war, verharrte sie unbeweglich von 8 bis 3 Uhr morgens in der Pfarrkirche, ganz in Gott versenkt. Als Maria am Weihnachtstag 1626 in Feldkirch dem Gottesdienst in der Kapuzinerkirche beiwohnte und den neugeborenen Heiland eifrig um die Bekehrung des Königs von England bat, zeigte ihr Gott klar die unendlich zarte Liebe, mit der er ihn umfange und ewig als Miterben seiner Glorie haben wolle, dass es aber an seiner Mitwirkung fehle. Als Maria im Jahr 1626 zum erstenmal nach München reiste, sagte sie nahe beim Iserberg aus der Erkenntnis, die ihr Gott im Gebet verliehen hatte, zu ihren Gefährtinnen, dass seine kurfürstliche Durchlaucht ihnen in seiner Residenzstadt eine bequeme Wohnung und eine jährliche Unterstützung geben werde. Das wurde bald nach ihrer Ankunft Wirklichkeit. Im Jahr 1626 war Maria ganz betrübt, weil eine der Ihrigen ihren Beruf aufzugeben gedachte. Sie verfügte sich zum Gebet und empfahl das Institut Gott und seiner gebenedeiten Mutter. Dabei  wurde ihr klar gezeigt und zu erkennen gegeben, wann und durch wen es bestätigt werde und dass dieses geschehe, wenn man es am wenigsten erwarte. Als Maria einst an einem großen Geldmangel litt, begab sie sich zum Gebet, um eine gewisse Summe von Gott zu erbitten. Gott fragte sie innerlich, aber ganz deutlich: Ist diese Summe besser als meine Vorsehung? Da erkannte sie klar, dass sie in Zukunft alle zeitlichen Mittel für gering, die göttliche Vorsehung aber für ihren wahren Reichtum halten müsse. Als Maria eines ihrer Häuser besuchte, gab ihr Gott zu erkennen, dass eine Novizin an starken Anfechtungen gegen ihren Beruf litt. Alles kam ihr hart und beschwerlich vor. Daher sprach ihr Maria liebreich zu: Liebes Kind, die Tugend ist nur denen schwer, die sie für schwer ansehen; euer Weg in den Himmel besteht darin, alles von der Hand Gottes anzunehmen und ihn allein in allem zu suchen. Durch die wenigen Worte wurde die Novizin ganz ruhig und von aller Anfechtung frei. Gott zeigte Maria zu St.-Omer eine vortreffliche, aber ihr unbekannte Person, die mit bischöflichen Kleidern angetan war. Er wies sie darauf hin, dass diese zwar ein Fremdling, aber ein Freund ihres Institutes sei. Gott zeigt Maria zu St.-Omer eine große Glorie und sprach zu ihr: Sei unverzagt, du wirst in Kürze sterben und dein Lohn wird groß sein.
 


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